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Zehn Gebote für Chorsänger (und -innen)



1. Du sollst mit Deiner Stimme nicht hinter dem Berg halten

Deine Stimme ist die beste – das weißt Du. Damit das auch alle anderen merken: Singe aus vollem Hals, wenn die anderen leise singen. Übe auch während der Proben einzelne Passagen auf eigene Faust. Das entlastet den Chorleiter – und schafft eine besondere musikalische Atmosphäre.
2. Du sollst beim Singen den Mund geschlossen halten
Ein offener Mund ist weder vornehm noch cool. Bewahre also Contenance und bewege den Mund nach Möglichkeit überhaupt nicht. Das fördert auch Deine Aussprache.
3. Du sollst Deinen Chorleiter nicht ehren – sondern er Dich
Die Anweisungen des Chorleiters gelten natürlich nur für die anderen, Du weißt das alles eh schon. Bringe das entsprechend zum Ausdruck, zum Beispiel durch Gebärden, halblaute Bemerkungen und permanentes Nörgeln.
4. Du sollst Deinen Platz verteidigen
Kämpfe um Deinen angestammten Probenplatz – insbesondere gegen neue Chormitglieder. Du bist schließlich schon jahrelang im Chor. Erkämpfe Dir den besten Standplatz auch bei Auftritten vor Publikum. Der ist je nach Charakter entweder ganz vorne direkt vor dem Publikum – oder ganz weit hinten, als Deckung hinter den anderen Sängern.
5. Du sollst Dich begehrt machen
Proben sind für Anfänger. Fehle darum häufiger aus nichtigen Gründen – das steigert Deine Wertschätzung. Nach einiger Zeit wirst Du als Rarität gefeiert, wenn Du überhaupt einmal auftauchst. Und wenn Du dann auch noch zu spät kommst, nehmen alle Deine Anwesenheit zur Kenntnis.
6. Du sollst Bekanntschaften pflegen
Proben sind eine gute Gelegenheit, um sich einmal ausführlicher mit dem Nachbarn zu unterhalten. Das belebt die Chorprobe und schafft ein gutes Arbeitsklima. Die Chorprobe ist schließlich ein Anlass der Geselligkeit und der Kommunikation. Wer diese Gespräche bis direkt vor und sofort nach seinem Einsatz führt, vermeidet zudem peinliche Pausen.
7. Du sollst Dich laut räuspern
Räuspere Dich unmittelbar vor dem Einsatz kräftig. Es zeigt den Zuhörern an, dass es gleich losgeht. Deine Stimmbänder werden es Dir danken.
8. Du sollst improvisieren
Noten, Pausen und ähnliche Zeichen dienen nur der graphischen Ausschmückung. Der wahre musische Geist lässt seinem Improvisationstalent freien Lauf. Variiere auch einmal das Tempo oder den Text. Das lockert die engen Strukturen auf und gibt einen modernen Effekt.
9. Du sollst Dich auf das Wesentliche konzentrieren
Einsingübungen sind nur für Sängerinnen und Sänger, die ihre Stimme nicht kennen oder nicht unter Kontrolle haben. Wahre Stimmwunder meistern jeden Kaltstart.
10. Du sollst konstruktive Kritik üben
Spare niemals mit konstruktiver Kritik, vor allem bei neuen Lied-Vorschlägen. Kommentare wie “So ein sch****-Lied” wirken motivierend und bewahren vor Fehlentscheidungen. Neue Lieder sind ohnehin immer zu schwierig oder textlich völlig unmöglich.